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Kursqualität

 

 
 
 
 
Der Weiterbildungsmarkt mit seiner scheinbar unendlichen Auswahl an Kursinhalten, Lernformen und Abschlüssen ist nicht nur eine Herausforderung für die Suche nach einer individuell passenden Weiterbildung. Das Bildungsangebot soll auch nachhaltig und qualitativ hochwertig sein.

Bei näherer Betrachtung tauchen die unterschiedlichsten Qualitätsstandards auf. Welche Qualitätssysteme gibt es und was sagen sie aus?

Zunächst sind Qualitätsmanagementsysteme im Bildungsbereich vor allem auf die Planung, Entwicklung und Durchführung von Aus- und Weiterbildung gerichtet. Dabei stehen die Lernenden, die Lernergebnisse, die Lerndienstleistung und die Kompetenz des Lerndienstleisters im Mittelpunkt. Auf Basis von verbindlichen Standards wird die Transparenz und Vergleichbarkeit von Bildungsangeboten verbessert. Letztlich professionalisiert das Qualitätsmanagement die internen Strukturen in den Bildungsunternehmen und soll so eine gezielte Qualitätsentwicklung gewährleisten.

Auf dem Bildungsmarkt gibt es verschiedene Wege, ein Qualitätsmanagement umzusetzen:

  • Es gibt Bildungsanbieter, die ein internes Qualitätsmanagement nutzen, welches eigene Qualitätsstandards formuliert und regelmäßig, etwa durch Erfolgsquoten bei externen Prüfungen oder Befragungen, überprüft wird.
  • Auf dem Bildungsmarkt findet man eine Vielzahl an Qualitätsmanagementsystemen (QMS), die von zugelassenen Zertifizierungsstellen regelmäßig überwacht, überprüft und zertifiziert werden. Die Zulassung nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) durch fachkundige Stellen, setzt das Vorhandensein eines QMS voraus, dessen Zertifizierung jedoch nicht zwingend erforderlich ist.
  • Letztlich existieren auch verschiedene Zulassungsverfahren und Gütesiegel, mit denen die Bildungseinrichtungen nachweisen, dass die Einrichtung bzw. einzelne Bildungsangebote die vorgegebenen Standards erfüllen.
 
 

Tipps zur Bewertung der Qualität von Weiterbildungen

 
 
Checklisten und Ratgeber

Die nachfolgenden Checklisten und Ratgeber sollen Bildungsinteressierten bei der Entscheidung für ein passendes Weiterbildungsangebot unterstützen. Darüber hinaus erhalten auch Personalverantwortliche wichtige Hinweise für die Planung und Umsetzung von Weiterbildungen ihrer Mitarbeiter*innen.

FernstudiumCheck

Das Portal FernstudiumCheck.de ist eine unabhängige und neutrale Informations- und Bewertungsplattform für Fernunterrichtsangebote. Teilnehmer*innen sowie Absolvent*innen und Absolventen von Fernkursen und -studiengängen haben hier die Möglichkeit, Bewertungen abzugeben.

Ziel ist es, den Fernstudienmarkt so transparent wie möglich zu gestalten. Interessierte können Fernlehrgänge und Institute miteinander vergleichen und sich zu bestimmten Themengebieten genauer informieren. Des Weiteren werden Informationen zu den Abschlüssen und Voraussetzungen sowie Karriere- und Gehaltsaussichten dargestellt.

Weitere Informationen:
FernstudiumCheck.de
Richtlinien von Fachverbänden und Fachgesellschaften

Es gibt Bildungsangebote, die durch Richtlinien von Fachverbänden und Fachgesellschaften geregelt werden. Erfüllen die Angebote diese, kann mit dem entsprechenden Siegel geworben werden. Zu diesen gehören beispielweise das Gütesiegel für den europäischen Computerführerschein (ECDL) oder den Europäischen Wirtschaftsführerschein (EBCL). Anbieter von Sprachkursen mit speziellen Gütesiegeln können international anerkannte Zertifikate ausstellen (z. B. Business-Englisch-Kurse für die Prüfung durch die London Chamber of Commerce and Industry - LCCI oder das Cambridge-Zertifikat).
 
 

Qualitätsmanagementsysteme

 
 
BQM - Bildungs-Qualitäts-Management

Der Qualitätsstandard BQM wurde vom Bildungsverband als eine Art Anforderungskatalog entwickelt, um die DIN ISO 9001:2000 auf den Bildungsbereich anzupassen. Im Zentrum stehen daher der Nutzen für Kund*innen sowie eine permanente Optimierung der Prozesse. Diese angepassten Anforderungen werden dann mit denen der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) verbunden. Dieser Standard ist somit insbesondere für Bildungsanbieter geeignet, die öffentlich geförderte Kurse anbieten möchten und eine Zulassung nach AZAV anstreben.

Nach der Antragsstellung und Sichtung der Unterlagen durch externe Prüfer*innen kommt es zum Audit, in dem vor Ort geprüft wird, ob die Anforderungen erfüllt werden. Nach einem erfolgreichen Audit wird ein Zertifikat mit einer dreijährigen Gültigkeit ausgestellt.

Weitere Informationen:
BBB - Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband) e. V.
DIN ISO 9001

Das Deutsche Institut für Normierung veröffentlichte die DIN ISO 9001 für Unternehmen aus Industrie, Wirtschaft und Dienstleistungen, also nicht speziell für die Bildungsbranche. Es handelt sich um Management-Anforderungen, die unabhängig von Art, Größe und Branche des Unternehmens umgesetzt werden können. Mit der Umsetzung dieser internationalen Norm sollen Voraussetzungen für eine verbesserte kundenorientierte Gesamtleistung des Unternehmens geschaffen werden.

Soll ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001 eingeführt werden, werden im Unternehmen hierzu verbindliche Verantwortlichkeiten, Verfahren und Regelungen erarbeitet und festgelegt. Auditor*innen einer akkreditierten Zertifizierungsstelle prüfen und bewerten in einem Audit die Umsetzung im Unternehmen. Eventuelle Beanstandungen werden nach Ablauf einer Frist überprüft. Es folgen jährliche Überwachungsaudits und aller drei Jahre die umfangreichere Re-Zertifizierung.

Weitere Informationen:
DIN e.V.
DIN ISO 29990

Das Deutsche Institut für Normierung veröffentlichte die DIN ISO 29990 speziell für den Bildungsbereich. Anwendung findet diese Norm daher vorrangig in Unternehmen der Aus- und Weiterbildung. Als einheitliche Grundlage optimiert sie die berufliche Praxis und Leistungserstellung der Bildungsunternehmen sowie deren Kundschaft im Hinblick auf Planung, Entwicklung und Durchführung der Kurse.

Durch das Augenmerk der Norm auf Evaluation und Lehre wird der Lernprozess genau betrachtet und durch die Kontrolle der begleitenden organisatorischen Strukturen unterstützt. Seit 2017/2018 existieren zwei neue Normen: die DIN ISO 29993:2018 zu den Anforderungen eines Servicestandards und die DIN ISO 21001:2018 zu den Anforderungen an ein Managementsystem.

Soll ein Qualitätsmanagementsystem nach DIN ISO 29990 eingeführt werden, wird eine QM-Dokumentation mit den auf das Unternehmen angepassten umzusetzenden Vorgaben der Norm erstellt. Auditor*innen einer akkreditierten Zertifizierungsstelle prüfen diese und bewerten in einem Audit die Umsetzung im Unternehmen. Eventuelle Beanstandungen werden nach Ablauf einer Frist überprüft. Es folgen jährliche Überwachungsaudits und aller drei Jahre die umfangreichere Re-Zertifizierung.

Weitere Informationen:
RKW Berlin Brandenburg
EFQM

Das European Foudation for Quality Management – EFQM Excellence Modell ist ein europäisches Modell mit einem weitreichenden sowie ganzheitlichen Ansatz, der kontinuierlich weiterentwickelt wird. Dieses Modell soll den Unternehmen jeder Branche, Größe und Bekanntheit offene und praxisnahe Strukturen für ihr Managementsystem bieten. Dabei werden alle wichtigen Elemente für das Funktionieren des Unternehmens in Beziehung zueinander gesetzt und auf deren Wirken im Zusammenspiel überprüft.

Das EFQM Excellence Modell fordert zunächst eine Selbstbewertung vom Unternehmen, wobei hier unterstützende EFQM-Netzwerke oder Trainings angeboten werden. Mit dieser beginnt ein dreistufiges Programm. Zusätzlich wird eine Prüfung durch externe EFQM-Validator*innen, die Umsetzung von Verbesserungsprojekten sowie eine Mindestpunktzahl bei der Bewertung vorausgesetzt. Das Zertifikat ist zwei Jahre gültig.

Weitere Informationen:
European Foundation for Quality Management (EFQM)
Initiative Ludwig-Erhard-Preis
LQW

Die Lernerorientierte Qualitätssicherung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung (LQW) ist ein Qualitätsmanagementsystem, das für die Weiterbildungsbranche entwickelt wurde. Im Fokus stehen die Lernenden, die selbst für ihren Lernerfolg verantwortlich sind. Die Unternehmen stellen hierbei die Infrastruktur bereit und geben den Lernenden die nötigen Werkzeuge an die Hand. Die Schwerpunkte für die Bildungsunternehmen sind: die Begründung des Handelns im Sinne der Kund*innen, der Einsatz geeigneter Methoden zur Steuerung der Arbeit, das Erzielen belegbarer und brauchbarer Ergebnisse sowie die Bewertung des Handelns im Hinblick auf eine Qualitätsentwicklung.

Zum Erhalt des Zertifikats muss das Unternehmen eine Selbstevaluierung sowie einen Selbstreport erstellen. Letzterer wird von zwei unabhängigen Gutachter*innen bewertet, worauf ein Vor-Ort-Besuch folgt. Das Zertifikat ist vier Jahre gültig.

Weitere Informationen:
Qualitätsportal
 
 

Zulassungsverfahren und Gütesiegel

 
 
AZAV - Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung

Träger, die Maßnahmen der Arbeitsförderung anbieten, müssen eine Trägerzulassung nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) nachweisen. Wollen diese Träger bestimmte Maßnahmen über eine Förderung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter abrechnen (z. B. Bildungsgutschein, AVGS - Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein), muss auch die entsprechende Maßnahme zertifiziert sein.

Hauptziele sind die Erhöhung der Qualität von Arbeitsmarktdienstleistungen, die Schaffung von Transparenz und Vergleichbarkeit bei den Arbeitsmarktdienstleistern sowie eine Steigerung der Effizienz des arbeitsmarktpolitischen Fördersystems.

Eine fachkundige Stelle prüft über Auditor*innen die Zulassungsvoraussetzungen für das Unternehmen und der entsprechenden Maßnahme/Maßnahmen der Arbeitsförderung nach SGB III (Sozialgesetzbuch, Drittes Buch) und stellt nach Vorliegen aller Voraussetzungen die entsprechenden Träger- und Maßnahmenzertifikate aus. Das Trägerzertifikat ist hierbei maximal fünf Jahre gültig, die Maßnahmen-Zertifikate nicht länger als drei, in Ausnahmefällen fünf Jahre.

Weitere Informationen:
Bundesagentur für Arbeit
Deutsche Akkreditierungsstelle
Suche nach fachkundiger Stelle
DVWO-Qualitätssiegel

Der Dachverband der Weiterbildungsorganisationen (DVWO) hat das Qualitäts-Siegel „Geprüfte und ausgezeichnete Fach-Qualität in der Weiterbildung“ entwickelt. Ziel ist eine DVWO-weite Nutzung sowie verbesserte und einheitliche Qualität der Weiterbildungen zu garantieren und lebenslanges Lernen zu unterstützen. Die Prüfung der pädagogisch-didaktischen Umsetzung eines Kurses mittels Lehr- und Lernzielen stellt hier eine Besonderheit dar.

Dieses Qualitätssiegel kann durch Leitende von Weiterbildungsunternehmen, Trainer*innen, Coaches oder Anbietende von Bildungsprodukten beantragt werden. Zudem kann es für das ganze Unternehmen oder nur festgelegte Teile, etwa Lernbereiche, ausgegeben werden.

Spezielle QM-Beratende unterstützen die Anwärterunternehmen bei der Vorbereitung auf die Prüfung. Vor der Siegel-Vergabe stellen neutrale Gutachter*innen fest, ob die Unternehmensstrukturen und die daraus resultierende Praxis den Anforderungen des DVWO Qualitäts-Siegels entsprechen. Eine Retestierung findet nach drei Jahren statt.

Weitere Informationen:
DVWO
Gütesiegelverbund Weiterbildung

Das Qualitätsmanagement-Modell nach dem Gütesiegelverbund Weiterbildung bietet eine Unterstützung der systematischen Qualitätsentwicklung für Unternehmen in der Bildungsbranche. Der Verein Gütesiegelverbund besteht dabei aus Einrichtungen der Weiterbildung, der Qualifizierung und der außerschulischen Bildungsarbeit. Im Fokus des Gütesiegelverbundes steht die Zufriedenheit der Teilnehmenden. Daher ist es geeignet für allgemeine, berufliche, kulturelle und politische Weiterbildung, außerschulische Bildungsarbeit und Qualifizierung sowie für die Jugendberufshilfe und Bildungsdienstleistungen.

Für die Weiterbildung beinhaltet das Branchenmodell spezielle Qualitätsbereiche wie z. B. Bildungsangebote. Mittels dieser Bereiche soll überprüft werden, ob Strukturen, Abläufe und Pädagogik den unternehmensspezifischen Bildungsprozess tragen und weiterentwickeln.

Die Branchenmodelle enthalten Mindestanforderungen, welche die Unternehmen nachweisen müssen. Nach einer externen Zertifizierung durch unabhängige Gutachter*innen vergibt ein unabhängiger Beirat das Zertifikat, welches drei Jahre gültig ist.

Weitere Informationen:
Gütesiegelverbund Weiterbildung
QESplus - Qualität in Bildung und Beratung

QESplus ist ein für die Weiterbildungsbranche entwickeltes Qualitätsmanagementsystem. Es „verlangt partizipative Führung, inklusive Reflexion und Kommunikation aller Beteiligten, und fördert somit die Organisationskultur ...bietet erfahrungsbasierte, praktikable und selbsterklärende Handlungsorientierungen für die Implementierung.“ (Quelle: https://qesplus.de/de/qesmodell/modell) Neben einer Zertifizierung ist zunächst auch eine Selbstevaluation möglich.

Für die Zertifizierung müssen die Unternehmen jährliche Selbstevaluationen durchführen, die von Auditor*innen überprüft werden. Weiterhin muss ein Handbuch inkl. einer Beschreibung zum Qualitätsmanagement, der entwickelten Handlungsanleitungen, Formularen und Checklisten verfasst werden. Eine Retestierung ist nach drei Jahren erforderlich.

Weitere Informationen:
Qualität in Bildung und Beratung (QuiBB e.V.)
QVB - Qualitätsentwicklung im Verbund von Bildungseinrichtungen

Das Qualitätsmanagementsystem Qualitätsentwicklung im Verbund von Bildungseinrichtungen (QVB) - QVB Branchenmodell für verbund- und werteorientierte Weiterbildungsorganisationen bezieht sich auf die Weiterbildungsbranche, vor allem jedoch auf Einrichtungen in einem Verbund. Dabei berücksichtigt das Modell die individuellen Gegebenheiten der einzelnen Unternehmen, indem die fachlichen Standards selbst festgelegt werden.

Neben der Selbstevaluation kann das Unternehmen auch eine externe Zertifizierung beantragen. Zusätzlich zu der Anwendung des QVB-Rahmenmodells, der Erstellung eines Handbuches und der Beteiligung am Verbund erfolgt eine Überprüfung durch externe Prüfer*innen. Aller drei Jahre findet eine Reauditierung statt.

Weitere Informationen:
Arbeit und Leben
Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung
ZFU - Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht

Fernunterreicht ist eine gute Alternative zu Präsenzveranstaltungen, wenn es räumlich oder zeitlich nicht möglich ist, am Wunschkurs teilzunehmen. Zudem ist die Themenauswahl mittlerweile sehr groß und umfasst abschlussbezogene Zertifikatskurse, Aufstiegsfortbildungen, Schul- sowie Hochschulabschlüsse, Vorbereitungskurse, Sachkundeprüfungen usw.

Die ZFU - Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht setzt die Grundlagen des Gesetzes zum Schutz der Teilnehmer*innen am Fernunterricht (Fernunterrichtsschutzgesetz – FernUSG) um, indem alle allgemein- oder berufsbildenden Fernlehrgänge einer Zulassungspflicht durch die ZFU unterliegen. Jeder zugelassene Kurs erhält eine ZFU-Maßnahmennummer und ist über die Datenbank https://www.zfu.de/suche/ aufzufinden. In der Regel werden die Voraussetzungen aller drei Jahre überprüft.

Weitere Informationen:
ZFU
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
 
 
Ansprechpartner: Herr Horst Junghans | Tel.: 030 28 38 42 38 | junghans@wdb-berlin.de